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2. März 2020 „Neid gegen einen, der selbst keinen Neid kennt“

Rhein-Neckar-Zeitung – Pressebeitrag
2. März 2020
Von Volker Knopf

„Neid gegen einen, der selbst keinen Neid kennt“

Dietmar Hopp erhielt am Freitag den „Made in Baden“-Award -Laudator ging auch auf die Anfeindungen gegen den Mäzen ein.

Karlsruhe. Am Vorabend des Skandalspiels in Sinsheim und wiederholten Schmähungen gegen ihn hat Dietmar Hopp im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) den „Made in Baden“-Award erhalten. Die Auszeichnung der badischen Wirtschaft wird Persönlichkeiten zuteil, die sich mit ihren beruflichen Leistungen und ihrem ehrenamtlichen Engagement weit über die Region hinaus verdient gemacht haben.

„Als erfolgreiche Entrepreneure haben sie eine Vorbildfunktion übernommen und dank ihrer philanthropischen Gesinnung engagieren sie sich stark im sozialen Bereich. Das möchten wir würdigen“, sagte Dieter Kersten vom Verband Bdische Wirtschaft bei der Gala vor mehreren Hundert geladenen Gästen. Neben Hopp wurden der Medienunternehmer Hubert Burda, Karlheinz Kögel (Media Control) und als Newcomerin Online die Diversity-Expertin Tijen Onaran ausgezeichnet.

Die Laudatio auf den Stifter und SAP-Gründer übernahm DFB-Präsident Fritz Keller, ein Freund des Geehrten. „Unser Dank gilt Dietmar Hopp für eine großartige Lebensleistung als Unternehmer, Mäzen und Stifter. Mehr als 800 Millionen Euro hat er mit seiner Stiftung in Projekte investiert, die den Menschen zugute kommen“, sagte er in seiner Ansprache. Hopp mache die Welt zu einem besseren Ort. „Und vor allem ist er eines geblieben: ein bescheidener Mensch, der jedem auf Augenhöhe begegnet. Seinen Reichtum hat er stets als Verpflichtung gesehen“, so Keller.

Der Südbadener nannte die verschiedenen Arbeitsbereiche der Stiftung: Medizin, Bildung, Soziales und Jugend, Breitensport sowie Ökologie. Ausführlich ging Keller auf die neue Klima-Arena nahe des Sinsheimer Stadions und die 19 „Alla-Hopp“-Anlagen in der Metropolregion ein. Nicht fehlen durfte in der Würdigung Hopps Engagement für die Mannheimer Adler, die Rhein-Neckar Löwen und insbesondere für die TSG 1899 Hoffenheim.

„Er war ja selbst Fußballer bei der TSG“, wusste Keller. Und: „Für jedes Tor bekam er damals vom Bauern ein paar Mark. 1954 wurde er beim ‚Wunder von Bern’ wie so viele vom Fußball-Virus infiziert. Das Finale sah er übrigens am einzigen Fernseher im Ort. Genauso wie ich zählt er Fritz Walter zu seinen großen Vorbildern“. Talente würden in der Nachwuchsakademie nicht nur sportlich, sondern auch schulisch gefördert, berichtete der Laudator. Scharf kritisierte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes die Anfeindungen in Fußballstadien gegen den SAP-Gründer.

„Das ist der Neid von Menschen, gegen einen Dietmar Hopp, der selbst keinen Neid kennt und es mit seiner menschlichen Art schafft, andere für eine gemeinsame Sache zu begeistern“, sagte Keller am Freitagabend.

Der Laudator skizzierte auch die ungewöhnliche Karriere Hopps von der IBM zur Gründung der SAP, die zum führenden Produzenten für Unternehmens-Software aufstieg. Stehenden Beifall spendeten die Gäste, als der 79-jährige Hopp den Award entgegennahm. Er bezeichnete seine Familie als Ankerpunkt und dankte seiner Frau Anneliese, mit der er seit fast 53 Jahren verheiratet ist. „Dieser Preis macht mich stolz, ich bedanke mich für diese Anerkennung und Wertschätzung“, freute sich Hopp.

Der Mäzen nannte sich einen optimistischen Menschen, der von den Nachkriegsjahren und dem damit verbundenen Mangel geprägt gewesen sei. Sein oberstes Ziel sei es, auf die Probleme des Klimawandels aufmerksam zu machen. „Wir wollen nicht belehren, sondern aufklären. Es geht um den Planeten und die Zukunft unserer Kinder“, so Hopp.